Letztes neues Zifferblatt in luftiger Höhe montiert

Die Kirchturmuhr in Großkmehlen zeigt wieder, was die Stunde geschlagen hat. Nach fast 70 Jahren Zeitlosigkeit. Die neuen Zifferblätter glänzen in der Sonne, und das Uhrwerk tickt.

Zeitlosigkeit auf Kirchturm in Großkmehlen beendetFrank Forke ist Spezialist für Kirchturmuhren. Auch für den Einbau des dritten und damit letzten Zifferblattes an der Kirche in Großkmehlen hat er kundige Helfer. Foto: Rudolf Kupfer/rkp1

Großkmehlen. Ein Blitzschlag in den Mittagsstunden des 4. Juli 1944 hatte den Holzturm der Großkmehlener Kirche in Brand gesetzt. Glocken und Turmuhr wurden durch die Hitze des Feuers zerstört. Nur die Pfeifen der berühmten Silbermannorgel konnten damals durch den selbstlosen Einsatz vieler Frauen und Kinder gerettet werden. Die Männer waren im Krieg. Danach haben die Großkmehlener ihren Kirchturm wieder aufgebaut, fest gemauert. Die Glocken und die Orgel wurden wieder zum Klingen gebracht. Doch die Kirche blieb zeitlos.

Der ehemalige Pfarrer Michael Fuhrmann hat viele Jahrzehnte um Sanierungsarbeiten am Gotteshaus gerungen. Thomas Lindemann aus Frauwalde hat die Farbe des Kirchturmes in diesem Frühjahr erneuert. Doch beim Einbau der Kirchturmuhr hat der Zahn der Zeit der Kirchengemeinde einen herben Rückschlag versetzt. Die vor Jahren eingebauten Zifferblätter aus Holz waren inzwischen so stark verwittert, dass sie ersetzt werden mussten. Frank Forke aus Geringswalde im Erzgebirge, der Spezialist für Kirchturmuhren, hat dies entdeckt. Kurzfristig mussten drei neue Zifferblätter in der Größe von 1,60 mal 1,60 Metern aus Metall hergestellt werden. Das letzte Blatt ist jetzt eingebaut worden. Mit dem Hubsteiger sind die Fachleute in 18 Metern Höhe aktiv geworden. Denn die Rüstung am Turm war längst abgebaut worden. Das Werk ist vollbracht. Und Thomas Lindemann, Roland Kleinichen, Roland Mittag und die anderen Mitglieder der Kirchengemeinde schauen mit Stolz auf die schmucke Uhr. Bürgermeister Dr. Gerd Müller-Hagen hatte Klinken geputzt, um um Spenden zu bitten. Unter anderem hat die in Schwarzheide gegründete Dehmel-Stiftung dabei geholfen, die Zeitlosigkeit in der historischen Mitte von Großkmehlen zu beenden. Die wird immer schöner. Denn das Ensemble aus Wasserschloss, Gutshof und Kirche erfährt eine Komplettsanierung. Für den Dorfanger mit dem wieder offenen Wasserlauf, das Bindeglied zwischen den Kmehlener Bergen und dem Schlossgraben, wird der amtliche Segen zum Baubeginn sehnsüchtig erwartet.

In einem Gottesdienst, das bestätigt Roland Kleinichen, wird den vielen Unterstützern der Turmuhr gedankt. Das werde eine der ersten Aufgaben des neu berufenen Pfarrers der Kirchengemeinde sein.