Die Ausstellung "Der versteinerte Prinz" im Marstall Branitz soll eine Ergänzung in der historischen Parkschmiede erhalten

COTTBUS Branitz ist ein guter Ort für die kulturelle Bildung. Mit der Ausstellung "Der versteinerte Prinz" im Marstall spricht die Pückler-Stiftung vor allem junge Besucher an. Jetzt soll die abenteuerliche Zeitreise um eine weitere Ausstellung in der historischen Parkschmiede erweitert werden.

Schmiedemaus ergänzt den vorlauten PapageiDer Cottbuser Künstler Meinhard Bärmich hat für die Ausstellung Figuren wie den Schmied und die Schmiedemaus entworfen.

Die Parkschmiede am östlichen Eingang zum Branitzer Innenpark beherbergt heute Pücklerarchiv, Bibliothek und Fotothek des Museums. Nach ihrer Sanierung habe dort in den Jahren 1986 bis 1989 an ein bis zwei Sonntagen im Monat ein Schauschmieden stattgefunden, erinnert sich der Historiker Christian Friedrich. Seit 1990 war der Raum, der die Einrichtung der alten Laubsdorfer Dorfschmiede aus der Pücklerzeit beherbergt, der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.

Das soll sich jetzt ändern. "Wir erweitern unsere Ausstellung zum versteinerten Prinzen und setzen auch das Hörspiel fort", informiert Matthias Körner, Sprecher der Stiftung Branitz. Auf unterhaltsame Weise soll den Besuchern das traditionelle Schmiedehandwerk nahegebracht werden. Als Ergänzung dieser geplanten Ausstellung hat der Cottbuser Künstler Meinhard Bärmich Figuren entworfen. So sollen das lebensgroße Abbild eines Schmieds sowie eine Schmiedemaus den spielerischen Aspekt der Ausstellung unterstützen. Auch die "Pücklerkutsche" spielt in der künftigen Ausstellung eine wichtige Rolle. Nach Meinhard Bärmichs Entwurf wird der Cottbuser Schilder- und Lichtreklamemeister Mario Noack die Seitenansicht der Kutsche raumhoch aus Kunststoff modellieren. In die Räder sollen Fragen und Antworten eines Wissensspiels über Themen der Ausstellung integriert werden. Ein echtes Schmiedefeuer dürfe aus Brandschutzgründen nicht entfacht werden, stellt Matthias Körner fest. Statt dessen soll es eine Filmsequenz geben, in der Jens Kleinig, Schmiedemeister in Großkmehlen, zeigt, wie zur Pücklerzeit Reifen für Kutschenräder oder Zangen geschmiedet wurden. Möglich wird diese neue Ausstellung durch eine Spende der Gebäudewirtschaft Cottbus. "Unsere Mieter sollen sich in Cottbus wohlfühlen", sagt Prokuristin Sieglinde Nugel, "dazu gehört, dass sie mehr über den Branitzer Park erfahren."

Eröffnet werden soll die neue Ausstellung am 1. Juni 2015. Dann können sich Schülergruppen auf der Suche nach dem versteinerten Prinzen beim Ausstellungsbesuch im Marstall und in der Parkschmiede abwechseln.

Im Marstall wird der Junge Oskar von einem Papagei und dem Kutscher begleitet. In der Parkschmiede geht er mit Kutscher und Schmiedemaus auf Entdeckungstour.

"Dem Papagei wird es in der Schmiede zu heiß", begründet Matthias Körner die neue Dramaturgie. Die Maus übernimmt den Part des vorlauten Vogels. "Sie weiß alles besser und quatscht ständig dazwischen", so der Stiftungssprecher.