Schradener Verein hat sein Büro in die sanierten Räume verlegt/Weitere Nutzer gern gesehen

GROSSKMEHLEN Ins Schloss Großkmehlen zieht Leben ein. Nachdem die Restauratoren den Zauber der Räume im Erdgeschoss herausgekitzelt haben, geht nun der Wunsch nach Nutzung in Erfüllung: Mit dem Verein Biomasse Schraden ist ein erster Schlossherr gefunden.

Erste Nutzer im Schloss GroßkmehlenFeierliche Eröffnung in des neues Vereinsdomizils.
Foto: Rudi Kupfer/rkp1
Feierliche Eröffnung in des neues Vereinsdomizils.Foto: Rudi Kupfer/rkp1

Die Geschichte des Schlosses von Großkmehlen, die bis in das 16. Jahrhundert reicht, ist wechselvoll und auf das Engste mit der Entwicklung des Ortes verbunden. Dem zunehmenden Zerfall setzte die Schlössergesellschaft aus Potsdam mit der Übernahme des Objektes, um die Jahrtausendwende beginnend, ein Ende. Das Umfeld mit Jägerhaus, Gutshof, Scheune und Park wurden in den letzten Jahren umfassend saniert und beeindrucken in ihrer wieder entstandenen Schönheit den Betrachter.

Für den leitenden Architekten Frank Augustin aus Berlin, den Bürgermeister des Ortes Gerd Müller-Hagen und der Restauratorin Martina Dürrschmidt, ist deshalb der 12. Dezember 2014 ein besonders wichtiges Datum: Der erste Nutzer ist im Schloss Großkmehlen eingezogen.

Nach 20 Jahren Leerstand hat der Verein Biomasse Schraden sein Büro von Großthiemig (Elbe-Elster-Kreis) in das Schloss nach Großkmehlen verlegt. Er wird zukünftig von hier aus im Süden von Brandenburg und den benachbarten Bundesländern an Fragen der Energiewende weiterhin wissenschaftliche und praktische Arbeit leisten.

Am Standort ist in der benachbarten Gutsscheune ein modernes Heizkraftwerk, das auf der Basis von Hackschnitzeln arbeitet, entstanden.

"Dass die vorhandenen regionalen Möglichkeiten noch besser für dieses Projekt und viele andere genutzt werden, war ein Grund, dass wir nach Großkmehlen gezogen sind", so die Geschäftsführerin des Vereins, Susann Skalda.

Sie teilt sich die ersten der sechs denkmalgerecht fertiggestellten prächtigen Räume im Erdgeschoss mit der Gemeinde und den Restauratoren. Die leitende Restauratorin Martina Dürrschmidt hat dem Vorstand des Vereins Biomasse Schraden und weiteren Gästen die Geschichte der Räumlichkeiten vorgestellt. Sie entwickelte vor diesem Gremium Gedanken, zukünftig auch dem geistig kulturellen Leben hier Räume zu schaffen. So ist der erste Malkurs im Schloss für Dienstag, den 15. Januar 2015, um 18 Uhr vorbereitet. Anmeldung nimmt Martin Fellmann, Telefon: 0176 38058733, entgegen. An Theaterstücken, die zukünftig hier aufgeführt werden, wird ebenfalls gearbeitet.

Alles, was in den letzten Jahren am und im Schloss geschaffen wurde und noch wird, setzt große nutzbare Potenziale für die Region frei, so der Großkmehlener Bürgermeister. Zunächst werden die ersten Mieter wie in einer Wohngemeinschaft zusammenarbeiten. "Damit geben wir dem Schloss neues Leben und dieser anspruchsvollen Aufgabe werden wir uns in den nächsten Jahren weiterhin stellen", so Gerd Müller-Hagen. Für die in der Nachbarschaft des Schlosses wohnende Siglinde Tenner ist erstaunlich, dass in den letzten Jahren am Schloss und seinem Umfeld so viel im alten Glanz neu entstanden ist. Eine solche Entwicklung hatte sie nicht für möglich gehalten. Mit Freude zeigt sie Gästen jetzt ihr Wohnumfeld und ist glücklich, hier zu leben.