Großkmehlen treibt die Dorfentwicklung voran / Verkehrswege weiter auf dem Arbeitsplan

Der Dorfanger in Großkmehlen ist nach historischem Vorbild und damit auch in der Beziehung zum Wasserschloss wieder hergestellt. Der mittig angelegte Dorfgraben, über den aus den Quellen der Kmehlener Berge der Schlossgraben gespeist wird, ist wieder offen. Nach anfänglicher Skepsis unter den Anwohnern zu diesem Plan ist das alte und neue Ortsbild doch als echtes Gemeinschaftswerk auferstanden.

Wasserweg zum Schloss wieder offenDer Dorfbach auf dem Anger ist wieder geöffnet und die historische Beziehung zum Wasserschloss wieder hergestellt worden.
Foto: Steffen Rasche/str1

Großkmehlen. Die Gemeinde Großkmehlen hat, unterstützt aus dem europäischen Fördertopf für die ländliche Entwicklung im Schradenland, kräftig in das Ortsbild investiert. In Regie der Brandenburgischen Schlössergesellschaft sind bereits Millionen in das Wasserschloss, den Park und den Gutshof geflossen. Die Gemeinde selbst hat die historische Beziehung des Dorfes zum bedeutendsten Barock-Schloss im Land wieder sichtbar geschaffen. Der über viele Jahre verrohrte und von Kleingärten überbaute Dorfgraben ist jetzt offen. Über den Wasserlauf, der aus den Kmehlener Bergen gespeist wird, führt der Schlossgraben wieder Wasser. Und das Wasserschloss wird seinem Namen nach einer langen Trockenzeit nunmehr auch wieder gerecht.

Der Sanierungserfolg und das wiederbelebte Schloss lassen das Herz von Bürgermeister Gerd Müller-Hagen höher schlagen. Auch auf den Anger, auf dem in privater Hand jetzt nur noch einige Zaunfelder zurückgebaut werden müssen, schaut das Gemeindeoberhaupt sichtlich stolz. Das amtlich verordnete grobe Schotterbett im Wasserlauf muss akzeptiert werden. Denn: "Ursprünglich ist der kleine Dorfbach bis zum Bett von Grün umgeben gewesen", erklärt Gerd Müller-Hagen. "Inzwischen sind aber die Bauvorschriften geändert worden", ergänzt er. Um den Wasserlauf für den Hochwasserfall zu rüsten, sei das Schotterbett errichtet worden. Nur ein ausgemauerter Graben, der sehr teuer sei, könne die geforderten Abflussmengen im Ernstfall noch erreichen.

Neue Bauvorschriften bremsen auch weitere Planungen für das Dorf. Seit den 90er-Jahren wird um einen Straßen begleitenden Radweg an der viel befahrenen Landesstraße zwischen Klein kmehlen und Großkmehlen gerungen. Lange ist im Ort Überzeugungsarbeit geleistet worden, um einige wenige Meter Grundstück aus vielen privaten Händen zu bekommen, damit der teilweise schon vorhandene Radweg weitergeführt werden kann. Nach den nunmehr von Erfolg gekrönten Bemühungen tauchen neue Hürden auf: Die alte Allee am Radweg-Start in Klein kmehlen ist zwar naturgemäß inzwischen auch reif für die Säge. Und eine Ersatzpflanzung fasst auch der Bürgermeister als selbstverständlich ins Auge. "Das aber an einer anderen geeigneten Stelle", sagt Gerd Müller-Hagen. Nur dafür ist der Segen der Naturschutzbehörde des Landkreises zwingend erforderlich. Die Pflichtabstände zwischen Fahrbahnen und neu zu pflanzenden Alleen im Land Brandenburg sind deutlich vergrößert worden. Mit der Folge für die Kmehlener, dass der Platz für den Radweg mit der Allee jetzt zu knapp bleibt.

Die Gemeinde hat im vergangenen Jahr viel geschafft. Unter anderem sind mehrere Anliegerstraßen erneuert worden. Eine große Verkehrsader, die Elsterwerdaer Straße, aber ist ein Sorgenkind geblieben. Großkmehlen ist nur bereit, die Kreisstraße grundhaft saniert vom Landkreis in die Gemeinde-Hoheit zu übernehmen. Der Bürgermeister sähe die sehr breite Pflasterstraße im Fahrbahnbereich am liebsten deutlich verkleinert. Und das sollte 2014 in Angriff genommen werden. Doch die Fördermittel sind ausgeblieben. Und ein neuer Antrag macht noch keinen Sinn. Gemeinsam mit allen Nachbarn im ländlichen Raum wartet auch Großkmehlen bereits ungeduldig darauf, dass in Potsdam die aktuelle Förderrichtlinie unterschrieben und damit auch in Kraft gesetzt wird.

Das schuldenfreie Dörfer-Trio Großkmehlen, Kleinkmehlen und Frauwalde steht in den Startlöchern. Neben weiteren Investitionen in die Verkehrswege soll ein alter Löschwasserteich beseitigt werden. Und zur Freude des Gemeindeoberhauptes wird auch manch leer stehendes Gehöft von jungen Familien nachgefragt.