Großkmehlener Schloss-Nachrichten – April 2014

Projekte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in unserer Region

Eines der großen Projekte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) kennen in der Region vermutlich viele: Schloss und Park Großkmehlen. Dass die Stiftung über die Instandsetzung von Denkmalen hinaus bundesweit mit einer Vielzahl von Aktionen und Initiativen tätig ist, könnte bereits in den Schloss-Nachrichten im März 2014 vorgestellt werden. Doch auch in der Projektförderung hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz noch einiges mehr zu bieten.

Hinter der nüchternen Zahl von über 4.500 Projekten bundesweit entfaltet sich die ganze Bandbreite des Denkmalbestandes: große Kirchen, kleine Kirchen, Schlösser und Burgen, Wohnhäuser und Bauernhöfe, technische Denkmale von der Windmühle bis zur Industrieanlage, Gartendenkmale und Weinberge, archäologische Stätten und selbst Segelflieger stehen unter Denkmalschutz - und können daher Förderprojekte der Stiftung werden. Wie wichtig die Regionen und die Verbundenheit mit ihnen für die Menschen gerade in Zeiten der Globalisierung wieder werden, zeigen die vielen Initiativen und Vereine, die sich für den Erhalt „ihrer" Denkmale in ihrer Heimat einsetzen. Für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist das Engagement vor Ort ein wichtiges Argument in der Abwägung der Förderanträge, die von den Denkmaleigentümern bei ihr eingehen. Grundsätzlich kann jeder Denkmaleigentümer einen Förderantrag stellen, doch muss in Anbetracht begrenzter Mittel aufgrund der Bedeutung des Baus, der Schäden, der geplanten Maßnahme und eben auch des Engagements und der Unterstützung weiterer Fördermittelgeber eine schwierige Auswahl getroffen werden.Handwerker.jpgBild 1: Im Schloss Altdöbern finden seit 1995 Handwerker eine interessante Aufgabe

In der Region um den Landkreis Oberspreewald-Lausitz werden nicht nur die beiden großen Schloss- und Parkanlagen in Großkmehlen und Altdöbern (Bild 1) seit vielen Jahren mit der Hilfe der Spender und Förderer der Stiftung instand gesetzt. Restauratoren und Handwerker aus der Region arbeiten dank der Fördermittel der DSD auch an den mächtigen Stadtkirchen von Calau (Bild 2) und Herzberg (Bild 3) oder der Wendisch-Deutschen Doppelkirche in Vetschau (Bild 4).

 

Stadtkirche CalauBild 2: Stadtkirche Calau  

HerzbergBild 3: Herzberg - Die Gewölbemalereien der Marienkirche in Herzberg sind Motive einer der beliebtesten Postkarten-Serien des MONUMENTE-Verlages der Stiftung

VetschauBild 4: Doppelkirche Vetschau

Die weithin sichtbaren Stadtkirchen von Brieske / Calau /Vetschau zählen zu den Förderprojekten der DSD

 

Die Kapelle in Guteborn oder die Dorfkirche in Hohenbocka (Bild 5) machen deutlich, wie wichtig gerade auch die kleinen, die Landschaften und Ortsbilder in besonderer Weise prägenden Kirchen für die Identität einer Region sein können. Für die kleinen Dorfkirchen finden sich besonders häufig private Spender und Stifter, die sich für diese überschaubaren Bauten, zu denen sie oft eine persönliche Beziehung haben, einsetzen. Ob mit persönlichem Einsatz in Vereinen oder durch Sammelaktionen an Geburtstagen und Jubiläen – viele Dorfkirchen haben dank eines unermüdlichen Gemeinschaftswerkes, an dem die Gemeinden oft über Jahre arbeiten und in besonderer Weise zusammenwachsen wieder eine Zukunft.

HohenbockaBild 5: Dorfkirche Hohenbocka ReudenBild 6: Gutskapelle Reuden
Ob kleine Gutskapelle oder eindrucksvolle Dorfkirche - damit die Kirche im Dorf bleibt, engagierten sich vielerorts Vereine und Bürgerinitiativen

Großen Mut und langen Atem müssen auch private Denkmaleigentümer beweisen, die sich an die Instandsetzung eines Denkmals machen. Dabei müssen es nicht immer Schlösser wie Zinna oder Lübbenau sein, auch die Alte Schmiede in Saßleben als Wohnhaus herzurichten, forderte ursprünglich einiges an Phantasie und Mut der neuen Eigentümer. Die neogotische Schmiede aus der Zeit um 1830 ist mit seiner reichen architektonischen Formensprache für ein sonst eher schlichtes Zweckgebäude im Bereich der Niederlausitz ein einzigartiges Zeugnis der Landbaukunst – und heute ein schmuckes Wohnhaus.

Mit der Förderung der Martin-Luther-Kirche (Bild 7) und des ehemaligen Kulturhauses Kaiserkrone in der Kolonie Marga in Brieske (Bild 8) hat die DSD gleich doppelt die Bedeutung dieser zwischen 1907 und 1915 entstandenen Werkssiedlung der ehemaligen Ilse-Bergbau-Aktiengemeinschaft betont. Sie zählt noch heute zu den bedeutendsten Arbeitersiedlungen, die in Deutschland in der städtebaulichen Diskussion um Werkssiedlungen und Gartenstadt entstanden. Heute spielt sie als eingetragenes Denkmal in der städtebaulichen Entwicklung von Senftenberg eine wichtige Rolle. Nach schwierigen Jahren des Leerstandes ist das Kulturhaus heute wieder der kulturelle Mittelpunkt der Siedlung, in dem nicht nur die Schüler einer Grundschule, sondern auch Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen, Tagungen und Familienfeiern Leben ins Haus bringen.

Martin Luther Kirche BrieskeBild 7: Martin-Luther-Kirche Brieske  Kaiserkrone BrieskeBild 8: ehem. Kulturhaus Kaiserkrone Brieske 

Nicht nur optische ein wichtiger Punkt der Siedlung Marga in Brieske, sondern auch inhaltlich:

Bildung, Veranstaltungen und Geselligkeit haben ihren Platz in der Kaiserkrone.

Ein Denkmal kann eben nur nachhaltig und langfristig erfolgreich instand gehalten werden, wenn es eine denkmalgerechte Nutzung bekommt. Was also machen mit Denkmalen, deren Nutzung nicht mehr gegeben ist? Ein solches Beispiel ist das Schulgebäude der 1725 gegründeten Eisenhütte in Lauchhammer (Bild 9). Nachdem dort der Eisenhohlguss entwickelt wurde, entstand ein florierender Wirtschaftszweig mit der Produktion von Ofenplatten, gusseisernen Säulen und Bauteilen bis hin zur Kunstgießerei mit der Herstellung von großen Bronzeplastiken und Bildwerken. Es entwickelte sich ein neuer Stadtteil mit umfassender Infrastruktur für die Arbeiter inklusive einer Schule, die aber schon lange nicht mehr genutzt wird. Heute beherbergt das ehemalige Schulgebäude aus dem 19. Jahrhundert die wertvolle Modellsammlung der weiterhin arbeitenden Gießerei (Bild 10). Sie steht Besuchern, Wissenschaftlern und Kunden der Gießerei offen und ist ein attraktives Ausflugsziel. An der Instandsetzung der Fassaden, Türen und Fenster beteiligte sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Eisenhütte LauchhammerBild 9: ehemaliges Schulgebäude der Eisenhütte Lauchhammer (Giebel)  Kunstgießerei LauchhammerBild 10: Ausstellungraum der Kunstgießerei Lauchhammer in der ehemaligen Schule 

Die Modellsammlung der Eisengusswerkstätten von Lauchhammer hat im alten

Schulgebäude eine neue Bleibe gefunden und ist erstmals allen Interessierten zugänglich.

Möglich werden Projekte wie die geschilderten durch die Spender und Förderer der Stiftung und der Erträgnisse der Lotterie GlücksSpirale. Sie ermöglichen es „ihrer“ Stiftung als wichtiger Partner in der Denkmalpflege in Deutschland Zeichen zu setzen, „anzustiften“ und anzustoßen. Jeder kann auf seine Art dazu beitragen, der sich dem Motto verpflichtet fühlt: Wir bauen auf Kultur!

Text:

Dr. Ursula Schirmer

Deutsche Stiftung Denkmalschutz,

Leiterin Abteilung Kommunikation und Bewusstseinsbildung

Fotos:

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Stiftung Denkmalschutz

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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53113 Bonn

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Schlossnachrichten Großkmehlen, 3. Teil, Februar 2013

Bestandteil der Baumaßnahmen im Gutshof ist auch die Errichtung eines Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Großkmehlen.

In diesem Zusammenhang ist ein interessanter Beleg im Staatsarchiv Bautzen zu finden, der einen Einblick in Brandschutz-Aktivitäten vergangener Zeiten in unserer Gemeinde erlaubt.(1)
Staatsfilialarchiv Bautzen, Gutsarchiv Lindenau, Nr. 2839 „Anschaffung einer Feuerspritze Großkmehlen  1755“Es wird ein Kontrakt vom 5. Juni 1755 erwähnt, nach dem Herr Christian Friedrich Schumann in Dresden eine neue große Feuerspritze für das Rittergut Großkmehlen („...ihro Gnaden die beyden Herren von Lüttichau" ) fertigte. Die Kosten betrugen 84 Taler, wovon 80 Taler für die Fertigung, drei Taler für den Transport von Dresden nach Kmehlen und einTaler für diverse Auslagen veranschlagt wurden.

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Schlossnachrichten Großkmehlen, 2. Teil, Dezember 2012

Bei den Bauarbeiten im Gutshof wurde Anfang Dezember 2012 ein erster wichtiger Abschnitt abgeschlossen. Die Gutsscheune hat einen neuen Dachstuhl erhalten und auch die Zimmermannsarbeiten an den Dächern der anderen Gebäude sind fast beendet.

Der Richtspruch wird im Beisein von Bauleuten und Gsten verlesen - 4.12.2012 Foto C. Borkert

Aus diesem Anlass trafen sich am 4. Dezember 2012 Vertreter der Brandenburgischen Schlösser GmbH, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Gemeinde Großkmehlen und des Amtes Ortrand mit allen Bauleuten und Restauratoren, um mit einem kleinen Richtfest diese wichtige Etappe zu feiern! Den Richtspruch verlas nach alter Tradition ein Zimmermann. Den letzten Nagel schlug der Architekt, Frank Heppert, in den Dachstuhl ein. 

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Schlossnachrichten Großkmehlen, 1. Teil, November 2012

Die meisten Einwohnerinnen und Einwohner des Amtes Ortrand haben es in den letzten Monaten sicher schon bemerkt: Am Großkmehlener Schloss gibt es umfangreiche Bauarbeiten, die auch den dazugehörigen Gutshof und Park mit einschließen.

Da das Interesse an Informationen zum Stand der Arbeiten berechtigter Weise groß ist, berichten wir an dieser Stelle ab sofort regelmäßig über das Baugeschehen.

Östliche Eingangshalle - wieder sichtbar der ursprüngliche Sandsteinfußboden und das Ziegelmauerwerk Foto C. Borkert September 2012

Das Schloss Großkmehlen befindet sich im Eigentum der Brandenburgischen Schlösser­gesells­chaft GmbH. Im Auftrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und unter Leitung von Herrn Dipl. Ing. Architekt Frank Augustin, Berlin, und Herrn Diplomarchitekt Frank Heppert, Görlitz, als Bauherrenvertreter, wurden umfangreiche Planungen und Bauvorbereitungen erledigt. Im Sommer 2012 begannen die eigentlichen Bauarbeiten, gefördert durch Mittel des Förderprogramms ILE (Richtlinie des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung und LEADER).

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!

Nachdem der Fortschritt der Sanierungsarbeiten im Schloss Großkmehlen es erlaubt, möchte ich zu den nächsten kulturellen Aktivitäten der Gemeinde einladen.

Plakatentwurf 2017

Da ist zunächst das nunmehr schon 18. Schloss-und Hopfenfest am 9. und 10. September, das wir unter der bewährten Regie des Heimatvereins anlässlich des Tages des offenen Denkmals im Schlossareal, Räumen im Schloss und in der Kirche feiern werden. Das Programm finden Sie anliegend.

Plakat Schlosskonzert 2017

Sehr freue ich mich, dass das Jugendorchester der Musikschule Fröhlich auch dieses Jahr bereit ist, am 30. September bei uns zu gastieren. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an das sehr gelungene Konzert in der östlichen Schlosshalle im letzten Jahr. Nachdem das Orchester unlängst von einer erfolgreichen Konzertreise von der Insel Sylt zurückkehrte, wird ein spezielles Programm für den Auftritt im Schloss erarbeitet. Angesichts der Tatsache, dass viele Mitglieder des Orchesters inzwischen berufsbedingt in entfernten Gegenden Deutschlands wohnen, ist das besonders zu schätzen. Sobald das Programm vorliegt, werde ich es Ihnen zur Kenntnis geben. Zunächst finden Sie anliegend nur das Plakat.

Die ausgezeichnete Akustik in unserem Hochzeitssaal hat dem langjährigen Soloposaunisten der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Kammermusiker Professor Manfred Zeumer besonders gefallen. Er bereitet deshalb gemeinsam mit dem Gitarristen Dr. Gerhard Ramlow einen weiteren Auftritt vor. Die Terminabstimmungen laufen. Wahrscheinlich wird das Konzert am zweiten Novemberwochenende stattfinden.

Schließlich darf ich schon heute auf unsere „Großkmehlener Schlossweihnacht“, die traditionell am Sonnabend vor dem ersten Advent stattfindet, hinweisen.

Großkmehlen, im August 2017

Gerd Müller-Hagen