Zahlreiche, zum Teil überraschende Funde gibt es aus der Zeit des Rokoko-Klassizismus und des Barock. Sie wurden unter den Farbanstrichen aus dem 20. Jahrhundert wieder entdeckt. Zu diesen besonders wertvollen Funden gehören spätbarocke Malereien, die dem „Dresdner Zopfstil“ zugeordnet werden. Diese findet man, allerdings in weniger großem Umfang, heute nur noch im „Haus Sorgenfrei“ in Radebeul (http://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Sorgenfrei).

Nicht nur die Decken und Wände geben ihre Geheimnisse aus vergangenen Jahrhunderten preis. Auch die originale Farbgebung an einigen Renaissance­balkendecken ist in Resten gut erhalten.März 2013 - alle Funde werden genau dokumentiert Foto C. Borkert web

März 2013 - freigelegte Deckenrosette aus dem Rokoko-Klassizismus Foto C. Borkert webDie Historiker begleiten die Arbeit der Restauratoren. Sie stellen den Bezug her zwischen dem Schloss, seiner Umgebung und vor allem zu den Menschen, die hier einmal gelebt haben.

Die Befunde der Restauratoren werden später mit den Erkenntnissen der Historiker zusammengeführt. Letztendlich entscheiden dann Denkmalbehörde, Brandenburgische Schlösser GmbH, Restauratoren und Historiker gemeinsam über das zukünftige Aussehen jedes einzelnen Raumes vom Fußboden über die Wand- bis hin zur Deckengestaltung.

Die Großkmehlener Einwohnerinnen und Einwohner haben übrigens längst beobachtet, dass die Restauratoren oft bis spät in den Abend oder sogar am Feiertag arbeiten. Das tut man freiwillig sicher nur, wenn man für diese nicht alltägliche Arbeit „brennt“. Dabei sind die Arbeitsbedingungen eher unbequem und wenig komfortabel. Staub, Kälte oder stundenlanges Arbeiten über Kopf verlangen eine gute Kondition. Aber auch Geduld und Ausdauer sowie höchste Genauigkeit bei der Dokumentation sind gefragt. Das vergisst man als Laie jedoch fast, wenn man den Ausführungen von Martina Dürrschmidt zuhört. Sie zeugen von wahrer Begeisterung für ihre und die Arbeit ihrer Kollegen. So bestätigt sie dann auch auf Nachfrage: „Ja, die Arbeit macht uns allen sehr viel Freude. Jeden Tag entdecken wir etwas Neues. Das ist unsere Motivation. Außerdem ist Restaurierung eine äußerst spannende Aufgabe, vergleichbar mit der von Archäologen. Nur das wir aus Wänden und Mauern die Geschichte unserer Vorfahren erforschen.“

Im kommenden Sommer ist damit zu rechnen, dass die Arbeit der Restauratoren so weit vorangekommen ist, dass komplette Raumeindrücke wahrgenommen werden können.